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Workshop 3: Projektarbeit an Freien Lernorten
Experte: Marco Fileccia
Moderation: Tom Schnörr, Hunrück Grundschule Berlin
Aufwändig, aber es lohnt sich: Projektarbeit mit neuen Medien
Projektarbeit wird in der pädagogischen Diskussion als ein wichtiger Weg hin zum selbstständigen und teamorientierten Lerner gesehen. Doch ist diese Unterrichtsform, für die sich natürlich im ganztägigen Schulbetrieb mehr Möglichkeiten ergeben, eine recht anspruchsvolle. Neben der Organisation und pädagogisch-didaktischen Fragestellungen geht es auch um die Bewertung von Projektarbeit. Da die Schüler in Gruppen arbeiten, auf digitale Werkzeuge oder sonstige Hilfsmittel zurückgreifen und der Lernprozess nicht durchgängig vom Pädagogen begleitet werden kann, stellt sich die Frage nach der individuellen Beurteilbarkeit. Marco Fileccia, Lehrer am Elsa-Brändström-Gymnasium in Oberhausen, ist ein engagierter Befürworter von Projektarbeit. Er stellte in einem Impulsreferat die Erfahrungen an seiner Schule vor. Bereits seit 16 Jahren ist dort die Projektarbeit integraler Bestandteil der Schulkultur. Ab der Jahrgangsstufe 8 wird Projektarbeit durchgeführt; dafür stehen separate Projekträume zur Verfügung. In der 10. Klasse 10 dann wird aus der Projektarbeit die „Modularbeit“. Hier deckt der Schüler in Vorbereitung auf die Oberstufe selbstständig mit vier Quartalsarbeiten mindestens drei Fächer ab, sodass nicht nur Lieblingsthemen behandelt werden. Die Ergebnisse der Modularbeit werden dann in einem Portfolio festgehalten. „Modularbeit“, so Fileccia, „ist ein Lernweg, auf dem der Schüler zum autonomen Lerner wird!“ Wie bereits im Workshop „Medienkompetenz“ wurde auch hier die Frage ausgiebig diskutiert, wie denn nun die inhaltlichen und formalen Aspekte einer Projektarbeit zu bewerten sind. Kriterien sind u.a. Verständlichkeit, Angabe der Quellen, Selbstreflexion, Kreativität/Originalität und die Sozialkompetenz der Beteiligten. „Dies ist wirklich nicht einfach“, konzedierte Fileccia. In Zeiten digitaler Werkzeuge sei die Gefahr des Plagiats natürlich immer gegeben. Eine Notengebung, so die Meinung einiger Diskutanten, sei oftmals kontraproduktiv, da eine Notengerechtigkeit angesichts der vielen Faktoren, die es zu berücksichtigen gilt, nicht geben sei. Am Elsa-Brändström-Gymnasium sind neben dem Fachlehrer und dem Klassenlehrer auch die Schüler an der Bewertung einer Projektarbeit beteiligt. Die Schulleitung, so die Empfehlungen des Workshops, sollte hinter der Projektarbeit stehen und die Durchführung dieser Lernform als Teil der Schulkultur unterstützen, auch wenn Lehrkräfte durch Projektarbeit nicht unbedingt entlastet würden. Aber durch selbstständige Schülerarbeiten werde die Lehrkraft im positiven Sinne herausgefordert, zur Reflexion ihres Jobs animiert. Wie man aus zahlreichen Rückmeldungen ehemaliger Schüler wisse, habe die Projektarbeit oftmals maßgeblichen Anteil daran, dass auch im Beruf der Wissenserwerb und das produktorientierte Erlernen von neuen Fähigkeiten wesentlich leichter fallen. Zudem sei in Schulen mit extrem heterogenen Lernergruppen der offene Unterricht häufig die einzige Lernform, die überhaupt noch möglich sei.
Die Präsentation von Marco Fileccia finden Sie hier
Die Dokumentation der Ergebnisse des Workshops finden Sie hier
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