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Projektarbeit an Freien Lernorten: "Schufen die Götter Griechenland?"
Wie Freie Lernorte im Rahmen von Projektarbeit genutzt werden können zeigt das Beispiel des Hansa-Gymnasiums Stralsund. Ziel des fächerverbindenden Projektes, war es, die Schüler zum Querdenken anzuregen, dem weit verbreiteten „Schubladendenken“ entgegenzuwirken und Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler zu stärken. Als sehr wichtig erschien dabei, den Unterricht durch problembezogenes, forschendes, ganzheitliches und selbstverantwortliches Lernen attraktiver zu gestalten und die Arbeit an Freien Lernorten zuzulassen und zu fördern. Ilona Vierkant, die Schulleiterin des Hansa-Gymnasiums berichtet über den Verlauf des Projektes.
Während einer Jahrgangsstufenkonferenz der 6. Klassen entstand die Idee, das Thema „Antike“ fächerverbindend zu unterrichten. Kolleginnen und Kollegen der Fächer Geschichte, Deutsch, Philosophie, Mathematik, Physik, Informatik, Kunst, Musik, Englisch, Geographie und Sport entschieden sich, das Projekt „Schufen die Götter Griechenland“ gemeinsam zu gestalten und die Unterrichtsinhalte der Einzelfächer zu verzahnen. Rahmenpläne wurden auf die entsprechenden Inhalte geprüft und gemeinsam mit den Schülern entstanden Ideen zur Projektgestaltung. Das Fach Geschichte wurde zum Leitfach und erstellte den roten Faden in Form eines Zeitstrahls für den Zeitraum Dezember bis Juni.
Am einführenden Projekttag im Dezember erhielt jeder Schüler und jede Schülerin den Zeitstrahl als erste Planungsgrundlage. In den Klassen besprachen die Lehrkräfte mit den Schülerinnen und Schülern die Themenwahl der Fächer mit ihren fachlichen Lernzielen, die Organisation und Dokumentation der Lernprozesse, die Lernzielprodukte und die Art und Weise der Leistungsfeststellungen und -bewertungen.
Schülertandems starten in die Antike
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| Die Reise in die Antike beginnt | |
Die Schülerinnen und Schüler bildeten für das Projekt Tandems. Je zwei arbeiteten an bestimmten Lernaufträgen. Beispiele dafür waren: „Wie könnte die Musik im alten Griechenland geklungen haben?“, „Mit welchen Maßeinheiten wurden in der Antike Längen, Massen und Rauminhalte gemessen?“, „Konnte Archimedes die Welt aus den Angeln heben?“. Jeder Schüler und jede Schülerin erhielt die Aufgabe, eine Projektmappe mit Antworten auf die Fragen aus den Fachbereichen herzustellen. Die gelösten Aufgaben wurden nach Absprache mit Fachzensuren bewertet. In der Projektmappe wurde ebenfalls ein Lerntagebuch geführt, das die Arbeit im Team widerspiegelte. | Der gesamte Informatikunterricht stellte sich auf die Forschungsarbeit ein: Das virtuelle Steuersystem SCHOLA-21 begleitete den Lernprozess. Dadurch wurde es möglich, die neuen Medien während des gesamten Fachunterrichtes individuell einzubinden. Die Schülerinnen und Schüler lernten, ihre Arbeit mit Hilfe eines virtuellen Klassenzimmers zu planen. Das Tandem produzierte eine Projekthomepage, auf der die Zusammenstellung aller Lernergebnisse erfolgte. Jedes Schülertandem konnte die Materialsammlung, verschiedene Rechercheergebnisse und Teillösungen sortiert ablegen und so ständig zur Verfügung haben. Die Schülertandems waren damit in der Lage, ihre Lernaufträge an Freien Lernorten in Freiarbeitsstunden, der Mittagsfreizeit oder am Nachmittag weiter zu bearbeiten und den Projektablauf in weiten Teilen mit Hilfe des eigenen Projektplanes zu organisieren. Auf der Homepage fixierten die Schülerinnen und Schüler außerdem ihren individuellen Lernvertrag für die Dauer des Projektes.
Arbeit an Freien Lernorten
Der Stundenplan der Klasse änderte sich während der Projektdurchführung nicht. Während der festgesetzten Unterrichtsstunden konnten die Schülerinnen und Schüler selbstständig entscheiden, in welcher Form sie ihr Thema bearbeiten und welche Medienangebote sie nutzen wollten. Zur Verfügung standen der Klassenraum und ein Computerarbeitsraum, aber auch andere Freie Lernorte der Schule. In Absprache mit der jeweiligen Lehrkraft gab es auch die Möglichkeit, die Stadtbibliothek oder das Kulturhistorische Museum aufzusuchen sowie Expertinnen und Experten außerhalb der Schule zu befragen. Zur Verfügung standen für bestimmte Arbeiten Materialien zum Herstellen von Modellen, zum Beispiel von Mosaiken im Kunstunterricht. Auf Stellwänden wurden zwischenzeitlich Arbeitsergebnisse visualisiert, präsentiert oder ein Feedback erwartet.
Im Tandem zum Ziel
Als langfristige und abschließende Aufgabe stand für die Tandems die Erarbeitung eines Fachvortrages. Die Aufgabenstellung von zwei Fachbereichen wurde verknüpfte und anschließend öffentlich präsentiert und fachlich bewertet. Themen, die mit Hilfe von Plakaten oder einer PowerPoint-Präsentation in beeindruckender Qualität dargestellt wurden, waren „Gelehrte und Denker der Antike“ oder Griechische Götter und antike Weltbilder“. Während der Arbeit im Antike-Projekt entstanden viele neue Ideen. Nach intensiven Proben konnte zum Abschluss des Projektes auf dem Schulhof ein Theaterstück aufgeführt werden. Die Kostümfrage wurde mit Hilfe des Internets geklärt. Dort erfuhren die Schüler nach eigenen Recherchen, wie man Peplos und Himation – eine Art Kleid und ein Mantel – schneidert. |
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| Kooperatives Arbeitenan Freien Lernorten | |
Mit Unterstützung der Eltern endete der Theaterabend mit einem Grillfest aller Beteiligten.
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