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"Schule als kreatives Feld" - 2. Kongress des Netzwerks Freie Lernorte

„Schule als kreatives Feld“ – so lautete das Motto unter dem der 2. Kongress des Netzwerkes Freie Lernorte stand.  Dieser wurde im November 2009 gemeinsam mit den vier Kreisverbänden des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes aus Haßfurt, Eltmann, Hofheim und Ebern anlässlich des 9. Haßberge-Lehrertages ausgerichtet.
Hannelore Glass, Vorsitzende des Kreisverbandes Haßfurt des (BLLV) und Mitgleid des Vereins Netzwerk Freie Lernorte zeigte sich bei der Begrüßung sehr zufrieden mit der Zahl von rund 200 Pädagogen.

Prof. Dr. Olaf-Axel Burow

Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand der Vortrag von Prof. Dr. Olaf-Axel Burow von der Universität Kassel.
Professor Dr. Burow ging davon aus, dass der Schlüssel zu einer guten und gesunden Schule die Wertschätzung ist. Eine gute Schule zeichne sich durch eine pädagogische Umgebung aus, die es ermöglicht, die Begabung jeden Kindes zu entdecken, wertzuschätzen und zu fördern. Die derzeitige pädagogische Diskussion pendle zwischen zwei Extremen: „Während die einen durch simple Rezepte und den Rückfall in überholt geglaubte Methoden die Krise zu überwinden versprechen, behaupten andere durch eine genauere Vermessung des Schülers wissenschaftlich fundierte Rezepte liefern zu können“.
Dr. Burow ermittelte sieben Zugänge zu wertschätzender Schulentwicklung. Darunter die gleichberechtigte Anerkennung und Förderung multibler Intelligenzen.

 

Unterschiedliche Fähigkeiten wertschätzen!

Meist wird die Bedeutung des IQ über- und die Bedeutung des Übens unterschätzt. Er fordert deshalb klare Lern- bzw. Förderorientierung durch Wertschätzung aller Begabungen nach dem Motto: „No child left behind!“. Das „Sitzenbleiben“ kostet Untersuchungen zu Folge über eine Milliarde Euro pro Jahr und ist weitgehend unwirksam.
Wichtig sei zudem die synergetische Förderung von Unterschieden. Das Kreative Feld entsteht aus der Kooperation profilierter Egos, die Ihre unterschiedlichen Fähigkeiten wertschätzen. Nicht Selektion und Separation führen zum Ziel, es sei vielmehr nötig Vielfalt als Chance der Bereicherung zu nutzen! Alle Schüler sind „Sonderschüler“. Um eine gute Schule entstehen zu lassen, fordert Burow, das Wissen der Vielen zu nutzen. Alle an der Schule beteiligten wüssten genau, wie eine gute Schule aussehen soll. Aus diesem Wissen heraus könne eine gemeinsame wertschätzende Schule geschaffen werden.

Lernen anders denken

Nach dem Besuch der umfangreichen Verlagsausstellung konnten die Teilnehmer des Lehrertages unter einem knappen
Wilhelm Steinkamp, Daniela Bickler

 Dutzend Workshops wählen. Beatrix Schröder, Lernberaterin bei der Landesschulbehörde Osnabrück stellte die Lernspirale und andere Lernmethoden vor.

Unter dem Titel „Lernen anders denken“ stellten Wilhelm Steinkamp und Daniela Bickler die Tätigkeit des Netzwerks Freie Lernorte vor und berieten die Lehrkräfte bei ihren Vorhaben. Das Netzwerk hat es sich zur Aufgabe gemacht, Schulen bei der Einrichtung und Umgestaltung von Lernräumen zu unterstützen. Dabei beziehen sich „Freie Lernorte“ im weiteren Sinn auch auf neue Denkweisen und offene Lernumgebungen.

Das „Leseprofitraining“ ist ein neues Leselernkonzept, das derzeit an der Universität Erlangen-Nürnberg entwickelt wird. Meike Munster-Kiefer arbeitet daran maßgeblich mit und stellte das Material selbst vor. Mit dem konzeptorientierten Mathematikunterricht konnten sich die Teilnehmer bei Lehrer Toni Binder befassen und wie man schwierige Gespräche konstruktiv führt, zeigte Schulpsychologin Viktoria Löser.

Wie wichtig Medienerziehung ist, und wie sie gelingen kann, zeigte Lehrer Tobias Lamm. Spiele nicht nur für die Ganztagsschule stellte Michael Keim von MainSpielMobil vor. Die AID-Ernährungspyramide als Erfolgsmodell für den Alltag stelle Dr. Ulrike Eigner vor und drucken wie die Aborigines konnten die Teilnehmer des Dot-Painting-Kurses erlernen.

 

Ein Projekt von Schulen ans Netz e.V.